12.08.2005
"Wie werden eigentlich Chips hergestellt?"
Wie Ihr vielleicht wisst, gibt's Kartoffelchips schon seit über 150 Jahren: Erstmals wurden sie 1853 von dem indianischen Koch George Crum in einem schicken New Yorker Hotel zubereitet. Ein recht berühmter Gast, der Eisenbahnmagnat Cornelius Vanderbilt, war seiner Zeit weit voraus und war - entgegen wohl auch der Erwartungen des Kochs - begeistert von den dünnen Kartoffelscheiben.So wurden die Chips ein großer Erfolg und fanden sich bald auf vielen Speisekarten in den Restaurants der Neuenglandstaaten wieder. Im Jahr 1895 wurden die knusprigen Scheiben erstmals verpackt in einem Lebensmittelladen verkauft. In Deutschland war man nicht ganz so schnell (wer hätte das gedacht), der Siegeszug der Chips begann erst in den 50er Jahren, lange, nachdem sie in England und den USA ein großer Verkaufserfolg waren. Doch auch in Deutschland war der Snack bald so beliebt, dass 1962 die Familie von Opel das erste Kartoffelchips-Werk in Petersau in der Pfalz gründete.
Während in den Pionierjahren der Chipsherstellung die Kartoffeln noch per Hand geschnitten, gekocht, abgegossen und verpackt wurden, gibt es heute natürlich hochtechnisierte Produktionsverfahren und erstklassige Kartoffelqualitäten für einen gleichbleibend hohen Chipsgenuss. Besonders hochwertige, spezielle Züchtungen wie Saturna, Tomensa und Lady Rosetta lassen mit ihrem überdurchschnittlichen Stärkegehalt die Chips erst so richtig schön lecker und knackig werden. Nach der Anlieferung durch die Bauern - meist übrigens aus der direktem Umgebung der Werke - werden die Kartoffeln über ein Förderband in die Fabrik transportiert und auf einer Rüttelmaschine sortiert. Die kleinen Kartoffeln fallen durch ein Gitter, die großen Kartoffeln mit einem Mindestmaß von 35 Millimetern wandern weiter in eine große Waschtrommel..
Anschließend werden die sauberen Kartoffeln hauchdünn geschält, per Hand auf Mängel überprüft und in gleichmäßig dünne Scheiben von etwa 1,2 Millimetern geschnitten. Diese Dünne ist besonders wichtig, um die typischen, herrlich knackigen Chips zur erhalten. Die scharfen Messer der Schneidköpfe werden mindestens alle zwei Stunden gewechselt, denn je glatter die Oberfläche, desto weniger Öl nimmt die Kartoffelscheibe beim Frittieren auf.
Sind die Chips abgetropft, werden sie in einer Durchlauf-Fritteuse goldgelb und knusprig gebacken. Diese Fritteuse ist über zehn Meter lang, fast zwei Meter breit und enthält mehr als fünf Kubikmeter hochwertiges Pflanzenöl. Durch den Wasserverlust beim Frittieren zieht sich die Kartoffelscheibe zusammen, und es entsteht die markante Wellung der Kartoffelchips. Chips mit zu starker Bräunung oder anderen Mängeln werden optoelektronisch aussortiert, damit nur die besten Exemplare ihren Weg in die Tüte finden.
In der Gewürztrommel erhalten die Chips nun ihren unverkennbaren Geschmack. Bei 15 Umdrehungen pro Minute wird der Würzauftrag gleichmäßig auf die Oberfläche der frittierten Chips verteilt. Die liebste Gewürzmischung der Deutschen ist übrigens *Paprika" * gegenüber *Salz" in Ländern wie Großbritannien, Frankreich und der Schweiz. Schließlich durchlaufen die Chips eine Abfüllstraße, wo sie in Beutel eingewogen und luftdicht verschlossen werden. Dabei bewirkt das Luftpolster in der Verpackung, dass die Chips nicht so leicht zerbrechen. Nun werden die Tüten für den Versand verpackt * und landen bald bei mir zu Hause :)

27.07.2005
"Geschichte im Spiegel zu Acrylamid"
Vielleicht hat es der ein oder andere von euch auch im Spiegel gelesen, diese
Geschichte mit dem Acrylamid. Ich habe sie zumindest gelesen, sonst würde
ich ja nicht wissen, wie man Acrylamid schreibt.
Scherz beiseite: Ich habe allerdings auch noch andere Geschichten zu diesem Thema
gefunden, in denen stand, dass die Krebs erregende Wirkung noch gar nicht wissenschaftlich
wasserdicht nachgewiesen wurde und das zudem die Auswahl der Zutaten entscheidend
ist, in diesem Fall die Kartoffel. Als Naturprodukt aus verschiedenen Ernten unterliegen
die nachgewiesenen Werte deshalb ständigen Schwankungen, die in diesem Test
nicht erfasst wurden.
Aber wenn man das so liest, bekommt man wirklich den Eindruck, als wenn nur
Chips davon betroffen wären. Acrylamid entsteht durch die trockene Erhitzung
von Stärke. Also sind auch Bratkartoffeln, Pommes, Toastbrot, Pizza-Teig,
überhaupt Gebratenes und sonstwas davon betroffen. Warum wird dieses Thema
dann auf dem Rücken meiner geliebten Chips ausgetragen? Das wäre,
als wenn man die Krebs erregende Wirkung des Rauchens nur an Marlboro-Zigaretten
klarmachen würde. Auch die Krebserkrankungen werden somit aufs Chips-Essen
bezogen, doch wer in der Sommersaison immer nur tiefschwarz gerilltes Fleisch
in sich reinstopft, wird sich mit Sicherheit mehr vor diesem Risiko in Acht
nehmen müssen. Raucher sowieso.
Bei allem Respekt, wenn es denn stimmt, vor der Gefahr und dem Risiko. Aber
manchmal frage ich mich, wie die Menschheit bis ins heutige Jahr 2005 überlegen
konnte. Immerhin haben unsere Vorfahren früher über offener Flamme
gekocht...

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